Titelbild: Google Ads Agentur sauber wechseln. Oskar Bösener, FLOW Innovations
Von
Oskar Bösener
·
Zuletzt aktualisiert am
28.10.2026

Google Ads Agentur wechseln: Worauf musst du achten, damit nichts verloren geht?

Beim Agenturwechsel entscheidet eine Frage über alles andere: Läuft dein Google Ads Konto auf deine Firma, mit dir als Administrator, oder hängt es an der Agentur? Wenn du Admin-Zugriff hast und die Abrechnung über dein eigenes Zahlungsprofil läuft, nimmst du Kampagnen, Conversion-Daten und den ganzen Verlauf einfach mit. Wenn nicht, sicherst du genau diese zwei Dinge, bevor du kündigst. Danach stellst du Tracking und Abrechnung um und hebst erst ganz zum Schluss die Verknüpfung mit der alten Agentur auf.

Stand: Oktober 2026. Google ändert Menüs, Begriffe und Funktionen in Google Ads regelmäßig. Prüf vor Entscheidungen die verlinkte Google-Hilfe.

Warum ist es so wichtig, wem das Google Ads Konto gehört?

In deinem Konto stecken Jahre an Daten: welche Suchbegriffe Anfragen bringen, welche Anzeigen funktionieren und die Conversion-Historie, mit der Smart Bidding arbeitet. Laut Google-Hilfe können Conversion-Daten aus vorherigen Kampagnen die Lernphase einer Gebotsstrategie beschleunigen. Ein neues, leeres Konto hat diese Daten nicht.

Aus unserer Erfahrung weiß beim Wechsel oft niemand im Unternehmen, wer welche Rechte hat. Das fällt meist erst nach der Kündigung auf.

Eigenes Konto oder Konto der Agentur: Wo liegt der Unterschied?

Agenturen arbeiten mit einem Verwaltungskonto. Laut Google-Hilfe ist das ein eigenes Google Ads Konto, über das sich viele Kundenkonten zentral verwalten lassen. Dass dein Konto darunter hängt, ist normal.

Entscheidend ist, wie dein Konto dort hinkam. Es gibt zwei Wege:

„Inhaber“ ist in Google Ads ein technisches Recht, kein Eigentum. Ein Inhaber-Verwaltungskonto darf laut Google-Hilfe unter anderem Nutzer einladen und entfernen und Administratorzugriff gewähren oder entziehen. Gleichzeitig steht dort: Der Inhaber des Kundenkontos bleibt Eigentümer seiner Daten und kann den Zugriff beenden, indem er die Verknüpfung aufhebt. Was vertraglich gilt, regelt dein Agenturvertrag.

Praktisch brauchst du die richtige Zugriffsebene. Laut Google-Hilfe gibt es „Nur E-Mail“, „Abrechnung“, „Schreibgeschützt“, „Standard“ und „Administrator“. Nur „Administrator“ darf Kontozugriff gewähren, Produktverknüpfungen ändern und die Verknüpfung von Verwaltungskonten aufheben. Mit „Standard“ bearbeitest du Kampagnen, wirfst die Agentur aber nicht raus.

Typische Warnsignale:

Wer bezahlt deine Anzeigen und warum ist das beim Wechsel so wichtig?

Der zweite oft vergessene Punkt ist die Abrechnung. Laut Google-Hilfe speichert das Zahlungsprofil Rechnungszahler, Zahlungsmethoden, Steuerinformationen und Kontakte. Der Zugriff auf das Google Ads Konto und der Zugriff auf das Zahlungsprofil werden laut Google-Hilfe getrennt vergeben. Du kannst also Admin im Konto sein und trotzdem nichts an der Zahlung ändern.

Es gibt zwei typische Fälle:

Der zweite Fall ist heikel. Laut Google-Hilfe werden über dein Konto mit sofortiger Wirkung keine Anzeigen mehr ausgeliefert, wenn die Verknüpfung mit dem Zahlungsverwaltungskonto aufgehoben wird. Die Abrechnung muss also umgestellt sein, bevor die alte Agentur das Konto freigibt.

Läuft die Abrechnung über das Zahlungsverwaltungskonto der alten Agentur, startet die alte Agentur dort die „Externe Übertragung der Abrechnung“. Die neue Agentur hat laut Google-Hilfe sieben Tage Zeit, den Antrag anzunehmen. Bei Vorauszahlung oder nachträglicher Zahlung gibt es laut Google-Hilfe unter „Abrechnung“, „Einstellungen“ und „Details zum Zahlungspflichtigen“ die Option „Rechnungsempfänger ändern“. Danach musst du das „Überprüfungsverfahren für Werbetreibende“ erneut durchlaufen, auch wenn dein Konto schon bestätigt war. Plan dafür Zeit ein.

Typische Warnsignale:

Schneller geht's mit dem Audit: Bevor du kündigst, willst du wissen, was dein Konto heute leistet. Unser kostenloses Audit liest einmal die letzten 90 Tage, ändert nichts und widerruft den Zugriff direkt danach. So hast du einen neutralen Stand, mit dem du alte und neue Agentur vergleichen kannst. Kostenloses Audit starten

Was musst du sichern, bevor du kündigst?

Aus unserer Erfahrung bekommst du fast alles mit einer freundlichen Mail, solange die Zusammenarbeit läuft. Nach der Kündigung wird es zäher. Arbeite diese Liste vorher ab:

  1. Admin-Zugriff für dich und eine zweite Person aus deiner Firma, mit Firmen-E-Mail.
  2. Conversion-Aktionen. Prüf, welche Aktionen es gibt und welche als primär zählen. Laut Google-Hilfe fließen nur primäre Aktionen in die Spalte „Conversions“ und in die Gebote ein. Wichtig ist, ob die Aktionen in deinem Konto liegen oder im Verwaltungskonto der Agentur. Kontoübergreifende Conversion-Aktionen werden laut Google-Hilfe im Verwaltungskonto erstellt. Nach dem Aufheben der Verknüpfung erfasst dieses Tag laut Google-Hilfe keine neuen Klick-Conversions mehr.
  3. Google-Tag und Tag Manager. Lass dich im Tag-Manager-Konto als „Administrator“ eintragen. Die Tag Manager-Hilfe empfiehlt mindestens zwei aktive Administratoren und dass das Konto von jemandem in deiner Organisation verwaltet wird, nicht von einer externen Agentur.
  4. Verknüpfung mit Google Analytics 4. Prüf, ob die GA4-Property mit deinem Konto verknüpft ist oder nur mit dem Verwaltungskonto der Agentur. Laut Google-Hilfe kommen keine neuen Daten mehr an, wenn eine Verknüpfung über ein Verwaltungskonto aufgehoben wird. Bereits freigegebene Daten bleiben sichtbar.
  5. Merchant Center, falls du Shopping-Anzeigen schaltest. Die Verknüpfung findest du laut Google-Hilfe im Merchant Center unter „Einstellungen“, „Zugriff und Dienste“ und „Apps und Dienste“.
  6. Zielgruppenlisten. Prüf, welche Listen in deinem Konto liegen und welche das Verwaltungskonto freigegeben hat. Laut Google-Hilfe werden Listen, die auf dem Remarketing-Tag des Verwaltungskontos basieren, nach dem Aufheben der Verknüpfung nicht mehr gefüllt. Anzeigengruppen, die darauf ausgerichtet sind, werden eingestellt.
  7. Änderungsverlauf. Laut Google-Hilfe zeigt er alle Änderungen der letzten zwei Jahre, in der Spalte „Nutzer“ auch, wer sie gemacht hat. Er erklärt dir später, warum sich Zahlen verändert haben.
  8. Berichte. Lad die Leistung der letzten zwölf Monate je Kampagne herunter, dazu Suchbegriffe und Conversions je Aktion. Damit misst du die neue Agentur später fair an der alten.

Wie läuft der Wechsel ab, ohne dass die Leistung einbricht?

Die Reihenfolge ist wichtiger als jeder einzelne Schritt:

  1. Vertrag lesen. Kündigungsfrist, Regelungen zu Konto und Daten.
  2. Zugriffe sichern. Admin in Google Ads, Tag Manager und Analytics für zwei Personen aus deiner Firma. Erst dann kündigen.
  3. Abrechnung klären. Wenn die Agentur zahlt, ein Datum für die Übertragung vereinbaren.
  4. Tracking ins eigene Konto holen. Laufen Conversions über das Verwaltungskonto, legst du eigene Conversion-Aktionen an. Laut Google-Hilfe lässt du das alte Tag für die Anzahl der Tage im Conversion-Tracking-Zeitraum bestehen. Erst danach entfernst du die alten Aktionen.
  5. Neue Agentur verknüpfen. Die neue Agentur schickt eine Verknüpfungsanfrage. Du nimmst sie laut Google-Hilfe unter „Verwaltung“, „Zugriff und Sicherheit“ und dem Tab „Administratoren“ in der Spalte „Aktionen“ an. Meldet Google einen Hierarchiekonflikt, muss laut Google-Hilfe zuerst dieser Konflikt gelöst werden. Meist heißt das: alte Verknüpfung aufheben. Deshalb stehen Abrechnung und Tracking vorher.
  6. Alte Verknüpfung aufheben. Erst wenn Abrechnung und Tracking stehen. Unter „Zugriff und Sicherheit“ und „Administratoren“ wählst du beim alten Verwaltungskonto in der Spalte „Aktionen“ „Zugriffsrechte aufheben“ und bestätigst mit „Verknüpfung aufheben“. Dafür brauchst du laut Google-Hilfe Administratorzugriff. Laut Google-Hilfe gehen dabei weder der Kampagnenverlauf noch Funktionen verloren.
  7. Einzelne Nutzer der alten Agentur entfernen. Laut Google-Hilfe unter „Zugriff und Sicherheit“ mit „Zugriffsrechte aufheben“.
  8. Die ersten Wochen ruhig halten. Keine neue Gebotsstrategie am ersten Tag. Eine neue Gebotsstrategie oder geänderte Einstellungen daran lösen laut Google-Hilfe den Status „Lernt“ aus. Bis zur Anpassung können etwa 50 Conversion-Ereignisse oder drei Conversion-Zyklen nötig sein.

Was tust du, wenn die Agentur das Konto nicht herausgibt?

Das ist selten, kommt aber vor. Wenn du Admin-Zugriff hast, kannst du die Verknüpfung laut Google-Hilfe selbst aufheben. Die Agentur muss dafür nichts tun.

Schwierig wird es, wenn niemand aus deiner Firma Admin ist und die Agentur das Konto angelegt hat. Dann hilft aus unserer Erfahrung zuerst eine klare, schriftliche Bitte mit Frist. Reicht das nicht, ist es eine Frage für deinen Anwalt. Im schlechtesten Fall startest du mit einem neuen Konto. Was das kostet, rechnen wir unten durch.

Typische Warnsignale:

Rechenbeispiel: Was kostet dich ein Neuaufbau mit Lernphase?

Sechs Wochen sind anderthalb mal 4 Wochen. Du gibst in der Zeit also 30.000 € aus. Im alten Konto wären das bei 200 € pro Anfrage 150 Anfragen. Im neuen Konto sind es bei 260 € rund 115. Dir fehlen also rund 35 Anfragen. Zum alten Preis von 200 € entspricht das rund 7.000 € Budget, das ohne Gegenwert durchläuft.

Wird bei dir jede zehnte Anfrage zum Auftrag, sind das drei bis vier Aufträge weniger. Dazu kommt Zeit: Bei 100 Anfragen alle 4 Wochen sind die rund 50 Conversion-Ereignisse aus der Google-Hilfe nach zwei Wochen erreicht. Bei 20 Anfragen alle 4 Wochen dauert es rund zehn Wochen. Je kleiner dein Konto, desto teurer der Neuaufbau.

Wie prüfst du das in deinem Konto?

  1. Klick im Menü „Verwaltung“ auf „Zugriff und Sicherheit“ und prüf in der Spalte „Zugriffsebene“, wer „Administrator“ ist.
  2. Öffne dort den Tab mit den verknüpften Verwaltungskonten. Die Google-Hilfe nennt ihn mal „Administratoren“, mal „Verwaltungskonten“. Die Spalte „Inhaber“ zeigt laut Google-Hilfe, ob ein Verwaltungskonto Inhaber ist.
  3. Klick auf das Symbol für „Abrechnung“ und dann auf „Einstellungen“. Laut Google-Hilfe siehst du oben Name und ID des Zahlungsverwaltungskontos, wenn die Abrechnung über ein Verwaltungskonto läuft.
  4. Öffne „Zielvorhaben“, dann „Zusammenfassung“ und „Alle Conversion-Aktionen anzeigen“. Notier, welche Aktionen primär sind und ob sie in deinem Konto angelegt wurden.
  5. Prüf im Tag Manager unter „Verwaltung“ und „Nutzerverwaltung“, ob mindestens zwei Personen aus deiner Firma „Administrator“ sind.
  6. Öffne unter „Kampagnen“ den „Änderungsverlauf“ und schau in der Spalte „Nutzer“, wer in den letzten Monaten was geändert hat.

Warum ein neutrales Audit vor dem Wechsel hilft

Die alte Agentur verteidigt ihre Arbeit. Die neue will Fehler finden. Beides ist menschlich, hilft dir aber wenig. Nach unserer Einschätzung brauchst du einen Stand, der von keiner der beiden Seiten kommt.

Dafür gibt es unser kostenloses Audit. Es liest einmalig die letzten 90 Tage, ändert nichts, und der Zugriff wird direkt danach widerrufen. Willst du noch nicht wechseln, geht unsere Beratung auch neben deiner bestehenden Agentur: 950 € pro Woche, abgerechnet alle 4 Wochen, sinnvoll ab etwa 15.000 € Spend alle 4 Wochen.

Das bedeutet für dich: Sorg zuerst dafür, dass du Admin in deinem eigenen Konto bist und die Abrechnung geklärt ist. Danach sicherst du Tracking, Zielgruppen und Verlauf und hebst erst ganz zum Schluss die alte Verknüpfung auf. Dann verlierst du beim Wechsel nichts außer der alten Agentur.

Häufige Fragen

Gehört mir mein Google Ads Konto, wenn die Agentur es angelegt hat?

In Google Ads ist dann das Verwaltungskonto der Agentur „Inhaber“. Das ist ein technisches Recht, kein Eigentum. Was vertraglich gilt, steht im Agenturvertrag. Hol dir Admin-Zugriff, solange die Zusammenarbeit läuft.

Verliere ich Daten, wenn ich die Verknüpfung mit der Agentur aufhebe?

Laut Google-Hilfe bleibt der Kampagnenverlauf erhalten. Aber Zielgruppenlisten auf Basis des Remarketing-Tags der Agentur werden nicht mehr gefüllt. Ein kontoübergreifendes Conversion-Tag erfasst keine neuen Klick-Conversions mehr. Deshalb prüfst du beides vorher.

Laufen meine Anzeigen während des Wechsels weiter?

Ja, wenn die Abrechnung vorher umgestellt ist. Läuft sie über das Zahlungsverwaltungskonto der Agentur, stoppen die Anzeigen sofort, sobald die Verknüpfung aufgehoben wird.

Wie lange dauert ein Agenturwechsel?

Aus unserer Erfahrung zwei bis vier Wochen, wenn alle mitspielen. Die meiste Zeit kosten Abrechnung und paralleles Tracking.

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