Titelbild zum Artikel Performance Max: Wohin fließt dein Budget
Von
Oskar Bösener
·
Zuletzt aktualisiert am
October 21, 2026

Performance Max: Wohin fließt dein Budget wirklich? Suche, Display, YouTube und Gmail im Blick

Performance Max verteilt dein Budget automatisch auf Suche, Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Gmail und Maps, und du kannst diese Verteilung laut Google nicht direkt festlegen. Seit 2025 siehst du im Bericht „Kanalleistung“ aber genau, welcher Kanal wie viel kostet und wie viele Conversions er meldet. Im B2B steckt das Problem oft genau dort: Display und YouTube liefern viele günstige Conversions, aus denen selten echte Anfragen werden. Wer den Kanalbericht mit den qualifizierten Leads aus dem CRM abgleicht, sieht schnell, ob PMax neben der Suche Geld verdient oder verbrennt.

Stand: Oktober 2026. Google ändert Performance Max laufend, Berichte und Einstellungen kommen dazu oder heißen plötzlich anders. Prüf vor Entscheidungen die verlinkte Google-Hilfe.

Auf welchen Kanälen läuft Performance Max?

Performance Max ist eine Kampagne für das gesamte Google-Ads-Inventar: YouTube, Displaynetzwerk, Suchnetzwerk, Discover, Gmail und Maps. Google kombiniert dafür deine Texte, Bilder, Videos und Feeds selbst und legt die Gebote per Smart Bidding in Echtzeit fest (Google Ads-Hilfe: Performance Max). Im Kanalbericht tauchen die Kanäle so auf: Google Suche, Google Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Maps, Gmail und Suchnetzwerk-Partner (Google Ads-Hilfe: Bericht zur Kanalleistung).

Wichtig für die Auswertung: Gmail- und YouTube-Anzeigen zählen nicht zum Displaynetzwerk, sondern werden ihren eigenen Kanälen zugeordnet. Und auf YouTube laufen nicht nur Videos, sondern auch Text-, Bild- und Produktanzeigen (Google Ads-Hilfe: Kanäle von Performance Max).

Zur Budgetverteilung schreibt Google wörtlich, dass KI das Budget automatisch auf alle Kanäle verteilt und du die Zuweisung pro Kanal „nicht direkt steuern“ kannst. Beeinflussen kannst du sie nur indirekt, über Assets, Zielgruppensignale, Conversion-Tracking, Suchthemen, Eignung der Inhalte und Ausschlüsse (Google Ads-Hilfe: Bericht zur Kanalleistung). Wie Google die Gebote zwischen den Kanälen genau abwägt, legt die Hilfe nicht offen.

Welche Berichte zeigen dir, wohin das Geld geht?

Google hat im April 2025 neue Berichte für Performance Max angekündigt: Kanalleistung, Suchbegriffe und detailliertere Asset-Berichte (Google Blog: Performance Max, neue Berichte zu Kanalleistung). Seit November 2025 ist der Kanalbericht für alle Performance Max-Kampagnen verfügbar (Google Ads-Hilfe: Neues Inventar und Berichte zur Kanalleistung). Diese vier Berichte solltest du kennen:

1. Kanalleistung

Du findest ihn unter „Kampagnen“, Drop-down „Statistiken und Berichte“, dann „Kanalleistung“. Er zeigt eine Leistungsübersicht, ein Diagramm zum Kanalbeitrag und eine Tabelle mit der Kanalverteilung, inklusive Impressionen, Klicks, Interaktionen, Conversions, Conversion-Wert und Kosten. Über „Segmentieren“ kannst du unter anderem nach „Conversion-Aktion“ aufteilen. Daten gibt es für Zeiträume ab dem 6. Juni 2025 (Google Ads-Hilfe: Bericht zur Kanalleistung). Eine Einschränkung nennt Google selbst: Bild-Assets können auch in Discover, YouTube oder als Bilderweiterung in der Suche laufen, deshalb zeigt der Bericht für sie unter Umständen keine Displayconversions.

2. Suchbegriffe

Unter „Kampagnen“, „Suchbegriffe“ wählst du im Drop-down „Suchbegriffe und Landingpages für Performance Max-Kampagnen“. Daten gibt es ab März 2023. Google rät, hier vor allem auf Conversions zu schauen, weil Klick- und Impressionswerte bei PMax verzerrt sein können (Google Ads-Hilfe: Bericht zu Suchbegriffen in Performance Max). Zusätzlich gibt es die „Statistiken zu Suchbegriffen“, die Suchbegriffe nach Kategorien bündeln (Google Ads-Hilfe: Statistiken zu Suchbegriffen). Wichtig: Suchbegriffe mit zu wenig Suchvolumen blendet Google aus Datenschutzgründen aus (Google Ads-Hilfe: Bericht zu Suchbegriffen).

3. Asset-Berichte

Messwerte auf Asset-Ebene wie Conversions, Kosten und Klicks sind in allen Performance Max-Kampagnen verfügbar. Außerdem siehst du Assets, die über Textanpassung und Erweiterung der finalen URL entstanden sind (Google Ads-Hilfe: Transparenz und Kontrolle in Performance Max).

4. Placements

Über „Statistiken und Berichte“, „Berichtseditor“ findest du den vordefinierten Bericht „Placement der Performance Max-Kampagnen“. Er zeigt dir Impressionen je Placement, ist laut Google aber als Markensicherheitstool gedacht und nicht zur Leistungsbewertung. Google-eigene Flächen wie YouTube, Discover, Gmail und Google Play landen gesammelt unter „Google ist Eigentümer und Betreiber“, die Google Suche fehlt ganz (Google Ads-Hilfe: Placement-Berichte zu Performance Max). Du siehst also, wo du warst, aber nicht, was es dort gebracht hat.

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Warum bringen Display und YouTube im B2B so viele billige Conversions?

Smart Bidding optimiert auf das, was du als Conversion zählst. Google sagt es selbst ziemlich direkt: Google AI ist nur so gut wie die Daten, die du ihr gibst. Deshalb empfiehlt Google für Lead-Kampagnen, auf Aktionen im unteren Trichter zu optimieren und Spam mit Zusatzfragen, reCAPTCHA und serverseitiger Validierung abzufangen (Google Ads-Hilfe: Best Practices für Lead-Generierung mit Performance Max).

Aus unserer Erfahrung passiert in B2B-Konten dann Folgendes: Zählt jedes abgeschickte Formular gleich, findet die Kampagne schnell heraus, dass Formulare auf Display- und App-Flächen viel günstiger zu bekommen sind als über die Suche. Das Ergebnis sind Anfragen von Studenten, Jobsuchenden, Spam-Bots oder Leuten, die gar nicht wussten, dass sie etwas abgeschickt haben. Der gemeldete CPA sieht super aus, der Vertrieb sieht nichts davon. Wer auf Google-Suche nach „Wartungsvertrag Kälteanlage Hamburg“ sucht, hat nach unserer Einschätzung schlicht eine andere Absicht als jemand, der zwischen zwei Handyspielen auf ein Banner tippt.

Das heißt nicht, dass Display und YouTube im B2B nie funktionieren. Es heißt nur: Ohne Qualitätssignal kann Google den Unterschied nicht lernen.

Rechenbeispiel: Was kostet eine echte Anfrage pro Kanal?

Erst die Kosten je Kanal: 38 % von 6.000 € sind 2.280 € für die Suche, 41 % sind 2.460 € für Display, 12 % sind 720 € für Discover und Gmail, 9 % sind 540 € für YouTube. Zusammen wieder 6.000 €.

In Google Ads sieht das ordentlich aus: 86 Conversions, also rund 70 € pro Conversion. Display wirkt mit 2.460 € geteilt durch 46, also rund 53 €, sogar wie der beste Kanal. Discover und Gmail kommen auf 720 € geteilt durch 10, also 72 €, YouTube auf 540 € geteilt durch 6, also 90 €. Die Suche liegt bei 2.280 € geteilt durch 24, also 95 €, und wirkt damit wie der teuerste Kanal.

Jetzt mit echten Anfragen: Die Suche kostet 2.280 € geteilt durch 15, also 152 € pro echter Anfrage. Display kostet 2.460 € geteilt durch 3, also 820 €. Discover und Gmail kosten 720 € geteilt durch 2, also 360 €. YouTube kostet 540 € geteilt durch 1, also 540 €. Über alle Kanäle sind es 21 echte Anfragen, also 6.000 € geteilt durch 21, rund 286 € pro Anfrage statt der gemeldeten 70 €.

Die Reihenfolge dreht sich um. Der vermeintlich teuerste Kanal ist der günstigste, der vermeintlich beste der teuerste, und 62 % des Budgets (Display, Discover/Gmail, YouTube) bringen nur 6 von 21 echten Anfragen. Genau diesen Abgleich macht dir Google nicht, den musst du selbst mit deinem CRM machen.

Welche Steuerungen hast du in Performance Max?

  1. Auszuschließende Keywords auf Kampagnenebene: Unter „Kampagnen“, „Keywords“, Tab „Auszuschließende Keywords“ kannst du sie direkt einer PMax-Kampagne zuweisen, auch als Liste. Sie gelten aber nur für Such- und Shopping-Inventar (Google Ads-Hilfe: Auszuschließende Keywords in Performance Max). Display und YouTube erreichst du damit nicht.
  2. Markenausschlüsse: Unter „Weitere Einstellungen“, „Markenausschlüsse“. Sie gelten für Such-, Shopping- und YouTube-Suchinventar (Google Ads-Hilfe: Markenausschlüsse). Sinnvoll, wenn deine Marken-Suchanfragen schon über eine Suchkampagne laufen.
  3. Placement-Ausschlüsse und Eignung der Inhalte: Placement-Ausschlüsse für PMax werden auf Kontoebene verwaltet, unter „Tools“, „Eignung der Inhalte“, „Erweiterte Einstellungen“, „Ausgeschlossene Placements“ (Google Ads-Hilfe: Placements auf Kontoebene ausschließen). Sie gelten dann für alle Kampagnen im Konto und wirken auf Displaynetzwerk, YouTube und Partnerwebsites im Suchnetzwerk.
  4. Erweiterung der finalen URL: Standardmäßig aktiv. Google darf dann auch andere Seiten deiner Website als Ziel nehmen. Du findest sie in den Kampagneneinstellungen unter „Asset-Optimierung“ und kannst sie abschalten oder einzelne URLs ausschließen (Google Ads-Hilfe: Erweiterung der finalen URL). Im B2B landen sonst gern Karriere- oder Blogseiten in den Anzeigen.
  5. Asset-Gruppen und Suchthemen: Pro Asset-Gruppe sind bis zu 50 Suchthemen möglich (Google Ads-Hilfe: Transparenz und Kontrolle in Performance Max). Getrennte Asset-Gruppen je Leistung machen die Auswertung deutlich klarer.
  6. Kundenakquisition: Den Modus „Nur Neukunden“ empfiehlt Google unter anderem, wenn du Zielvorhaben ohne Kaufvorgang wie Lead-Generierung verfolgst, und er funktioniert mit Performance Max (Google Ads-Hilfe: Kundenakquisition). Deine Bestandskunden definierst du dafür über eigene Daten, also eine Kundenliste und das Website-Tag.
  7. Conversion-Ziele: Die stärkste Stellschraube. Kontozielvorhaben werden automatisch übernommen, du kannst sie aber pro Kampagne entfernen oder ergänzen (Google Ads-Hilfe: Conversion-Zielvorhaben in Performance Max). Google empfiehlt für Leads Ziele wie „Qualifizierter Lead“ und regelmäßige, am besten tägliche Uploads aus erweiterten Conversions für Leads oder Offline-Importen (Google Ads-Hilfe: Hochwertige Leads generieren).

Wann lohnt sich Performance Max neben der Suche im B2B?

Zur Abgrenzung gilt: Entspricht eine Suchanfrage genau einem genau passenden Keyword deiner Suchkampagne, hat die Suchkampagne Vorrang vor PMax. Suchthemen haben dieselbe Priorität wie passende Wortgruppen und weitgehend passende Keywords. Ist die Suchkampagne durch ihr Budget begrenzt, kann PMax aber gelegentlich auch bei genau passenden Begriffen ausliefern (Google Ads-Hilfe: Performance Max).

Nach unserer Einschätzung lohnt sich PMax im B2B, wenn drei Dinge stimmen: Du gibst Google echte Lead-Qualität zurück (Offline-Conversions oder erweiterte Conversions für Leads), du hast genug Volumen, damit das Lernen funktioniert, und deine Suchkampagnen sind nicht durch ihr Budget begrenzt. Google selbst nennt als Richtwert für Lead-Ziele mindestens 15 Conversions auf Kontoebene in den letzten 30 Tagen (Google Ads-Hilfe: Hochwertige Leads generieren).

Wir würden PMax eher lassen, wenn du nur Formular-Absendungen zählst, wenige Anfragen im Monat hast oder deine Suche noch Impressionen wegen Budget verliert. Dann verteilt PMax Geld auf Display und YouTube, das in der Suche besser aufgehoben wäre.

Wie prüfst du das in deinem Konto?

  1. Öffne „Kampagnen“, dann im Drop-down „Statistiken und Berichte“ den Punkt „Kanalleistung“ und wähl die letzten 90 Tage.
  2. Schau in die Tabelle mit der Kanalverteilung und notier Kosten und Conversions je Kanal.
  3. Klick auf „Segmentieren“ und wähl „Conversion-Aktion“. So siehst du, ob ein Kanal nur Formular-Absendungen oder auch qualifizierte Leads bringt.
  4. Öffne „Kampagnen“, „Suchbegriffe“ und wähl „Suchbegriffe und Landingpages für Performance Max-Kampagnen“. Sortier nach Kosten und prüf, ob Begriffe deine Suchkampagnen doppeln oder gar nicht passen.
  5. Öffne „Statistiken und Berichte“, „Berichtseditor“, „Placement der Performance Max-Kampagnen“ und such nach Apps und Seiten, auf denen deine Marke nichts verloren hat.
  6. Prüf in den Kampagneneinstellungen unter „Asset-Optimierung“, ob die Erweiterung der finalen URL aktiv ist, und schau unter „Weitere Einstellungen“ nach Markenausschlüssen.
  7. Gleich die Leads je Kanal mit deinem CRM ab und rechne wie oben die Kosten pro echter Anfrage.

Das bedeutet für dich: Performance Max ist keine Blackbox mehr. Du siehst, welcher Kanal was kostet, und mit Conversion-Zielen und Ausschlüssen kannst du gegensteuern. Die Budgetverteilung auf die Kanäle steuerst du laut Google-Hilfe aber nicht direkt. Deshalb ist die Frage, was du als Conversion zählst, im B2B wichtiger als jede andere Einstellung in PMax.

Häufige Fragen

Kann ich Display oder YouTube in Performance Max ausschalten?
Laut Google-Hilfe kannst du die Budgetzuweisung pro Kanal nicht direkt steuern. Du beeinflusst die Verteilung über Assets, Zielgruppensignale, Conversion-Tracking, Suchthemen, Eignung der Inhalte und Ausschlüsse. Wer Kanäle fest trennen will, nutzt aus unserer Erfahrung besser eigene Such-, Demand Gen- oder Videokampagnen.

Wirken auszuschließende Keywords in PMax auch auf Display?
Nein. Sie gelten nur für Such- und Shopping-Inventar. Für Display und Video verweist Google auf auszuschließende Inhalts-Keywords im „Center für die Eignung von Inhalten“ (Google Ads-Hilfe).

Nimmt Performance Max meinen Suchkampagnen den Traffic weg?
Entspricht die Suchanfrage genau einem genau passenden Keyword in deiner Suchkampagne, hat die Suchkampagne Vorrang. Passende Wortgruppen und weitgehend passende Keywords stehen mit den Suchthemen auf derselben Stufe, und ist die Suchkampagne durch ihr Budget begrenzt, kann PMax gelegentlich auch genau passende Begriffe bedienen (Google Ads-Hilfe).

Seit wann gibt es Kanaldaten für Performance Max?
Im Kanalbericht kannst du Zeiträume ab dem 6. Juni 2025 auswählen (Google Ads-Hilfe). Für frühere Zeiträume bekommst du dort keine Kanalaufteilung.

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