Titelbild zum Artikel Überprüfung für Praxen und Heilberufe
Von
Oskar Bösener
·
Zuletzt aktualisiert am
02.11.2026

Überprüfung des Werbetreibenden für Praxen und Heilberufe: Was Google verlangt

Jede Praxis mit Google Ads muss früher oder später die Überprüfung des Werbetreibenden durchlaufen. Du brauchst dafür einen gültigen Lichtbildausweis und als Organisation zusätzlich einen Registrierungsnachweis. Name und Standort darauf müssen genau zum Zahlungsprofil passen. Verpasst du die Frist, pausiert Google das Konto, eine Verlängerung gibt es nicht (Google-Hilfe).

Stand: November 2026. Google ändert Abläufe, Menünamen und Fristen regelmäßig. Prüf vor jedem Schritt die verlinkte Hilfeseite.

Dieser Artikel gehört zu unserer Übersicht Google-Konto geht nicht mehr: Welcher Fall ist deiner?.

Muss deine Praxis die Überprüfung überhaupt durchlaufen?

Ja. Laut Google müssen „letztendlich alle Werbetreibende das Überprüfungsverfahren von Google durchlaufen“ (Google-Hilfe).

Es kommt auf die Frist an:

Starten kann sie nur ein Administrator des Google-Ads-Kontos (Google-Hilfe). Den Stand findest du unter Verwaltung, Richtlinie, Konto.

Abschließen lohnt sich trotzdem. Google kann die Impressionen von Werbetreibenden begrenzen, die sich noch nicht als vertrauenswürdig erwiesen haben. Dabei zählen unter anderem die „Branche der Werbetreibenden“ und der „Status des Überprüfungsverfahrens für Werbetreibende“ (Google-Hilfe).

Welche Unterlagen braucht eine Praxis in Deutschland?

Das hängt vom Kontotyp in deinem Zahlungsprofil ab: „Organisation“ oder „Natürliche Person“ (Google-Hilfe).

Als Organisation reichst du in Deutschland eine dieser Unterlagen ein:

Dazu kommt der amtliche Lichtbildausweis eines bevollmächtigten Vertreters, also eines Administrators des Google-Ads-Kontos oder Zahlungsprofils. Google nimmt Reisepass, Personalausweis, Führerschein oder unbefristeten Aufenthaltstitel (Google-Hilfe).

Als natürliche Person reichst du einen amtlichen Lichtbildausweis aus dem EWR oder der Schweiz ein (Google-Hilfe). Je nach Fall kommen eine Bestätigung per Telefonnummer oder ein Videoselfie dazu (Google-Hilfe).

Für Freiberufler und Praxen ohne Handelsregistereintrag nennt Google auf der Dokumentenseite keinen eigenen Weg. Passt der Kontotyp nicht, rät Google, vorher den Support zu kontaktieren (Google-Hilfe).

Selten fragt Google zusätzlich nach deinen Geschäftstätigkeiten. „Den meisten Werbetreibenden wird dieser Schritt nicht angezeigt.“ (Google-Hilfe) Kommt er, kann es um Lizenzen gehen. Google nennt das Gesundheitswesen ausdrücklich als regulierte Branche. Probleme gibt es dort etwa, wenn du die „erforderlichen lokalen oder staatlichen Lizenzen“ nicht vorgelegt hast (Google-Hilfe).

Welche Fristen gelten, und was passiert bei Ablauf?

Woran scheitert die Überprüfung bei Praxen?

Viele Fehler auf Googles eigener Liste betreffen nicht den Gesundheitsbereich, sondern Namen und Dokumente. Google verlangt, dass Name und Standort im Zahlungsprofil „genau mit dem rechtsgültigen Namen und Standort in den eingereichten Dokumenten übereinstimmen“ (Google-Hilfe). Achte auf diese Punkte:

Mach keine geschönten Angaben. Falsche Angaben im Überprüfungsverfahren sind laut Google ein schwerwiegender Verstoß und führen zur Sperrung des Kontos (Google-Hilfe). Google wertet sie als Umgehung von Systemen, genauso wie neue Konten nach einer Sperrung. Laut dieser Richtlinie sperrt Google solche Konten sofort und ohne vorherige Warnung.

Was gilt, wenn eine Agentur dein Konto betreut?

Dann muss die Agentur die Frage „Sind Sie eine Werbeagentur?“ mit Ja beantworten. „Andernfalls kann Ihr Konto pausiert oder gesperrt werden.“ (Google-Hilfe)

Sie hat zwei Wege: Sie schickt dir den Link für den Schritt. Oder sie führt ihn selbst aus und wählt dafür ein Zahlungsprofil deiner Praxis aus oder legt eins an. Ist das Profil noch nicht bestätigt, folgt ein weiterer Schritt (Google-Hilfe). Weil Name und Standort genau zu den Dokumenten passen müssen, braucht die Agentur dafür die Unterlagen deiner Praxis.

In den Anzeigen zeigt Google nach der Überprüfung deinen rechtsgültigen Namen (oder Markennamen) und Standort. Bei bestätigten Agenturen erscheint der Name aus dem Zahlungsprofil deiner Praxis, wenn er vom Namen des bestätigten Werbetreibenden abweicht. Den angezeigten Namen des Zahlungspflichtigen änderst du unter Verwaltung, Richtlinie, Konto (Google-Hilfe).

Bei Fragen zu Geschäftstätigkeiten gibst du alle Beziehungen an, auch Marketingagenturen mit Zugriff auf dein Konto (Google-Hilfe). Wem das Konto nach einer Kündigung gehört, klärt unser Artikel Wem gehört dein Google Ads Konto?.

Wann brauchst du zusätzlich eine Zertifizierung?

Die Überprüfung bestätigt, wer du bist. Eine Zertifizierung betrifft bestimmte Gesundheitsleistungen. Gesundheit und Medizin zählt bei Google zu den Branchen mit zusätzlichen Anforderungen (Google-Hilfe).

Für die normale Praxis gibt es in der Richtlinie Gesundheitswesen und Medikamente keine eigene Zertifizierung. In der Länderübersicht für Deutschland nennt sie nur Versandapotheken. Allgemein gilt dort: Anzeigen und Anzeigenziele müssen „den entsprechenden Gesetzen und Branchenstandards entsprechen“.

Eine Zertifizierung brauchst du hier:

Ausgeschlossen ist Werbung für spekulative und experimentelle Behandlungen, etwa Biohacking oder Gentherapie-Kits zum Selbermachen. Für Zell- und Gentherapien, darunter Stammzellen und plättchenreiches Plasma (PRP), formuliert die Seite die Regel ausdrücklich für die USA. Ob sie in Deutschland genauso gilt, bleibt offen (Google-Hilfe).

Was gilt für Gesundheit in personalisierter Werbung?

Gesundheit ist bei Google eine sensible Interessenkategorie. Bewirbst du solche Leistungen, gilt: „Selbst kuratierte Zielgruppen dürfen nicht verwendet werden.“ Das betrifft Kundenabgleich, Segmente mit selbst erhobenen Daten, Zielgruppenerweiterung und ähnliche Segmente. Vordefinierte Google-Zielgruppen darfst du weiter nutzen (Google-Hilfe).

Google nennt als Beispiele unter anderem „Beratungsdienste für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände und Sucht“, „Behandlungen chronischer Erkrankungen wie Diabetes oder Arthritis“ und „Behandlungen für Schwangerschaft und Unfruchtbarkeit“ (Google-Hilfe). Was der Status „Aktiv (eingeschränkt)“ im Alltag bedeutet, zeigt unser Artikel zur Psychotherapie.

Google knüpft diese Regel nicht an die Überprüfung. Ein bestätigtes Konto ist also nicht ausgenommen.

Was gilt für Kliniken, Heilpraktiker, Physiotherapie und Pflegedienste?

Kliniken: Mit dem Kontotyp Organisation reicht die Klinik einen Registrierungsnachweis und den Ausweis eines bevollmächtigten Vertreters ein (Google-Hilfe). Für Suchtkliniken greift die Suchthilfe-Regel. Google nennt dort „Klinische Anbieter für die Behandlung von Suchtmittelabhängigkeit“. Deutschland ist nicht zugelassen (Google-Hilfe). Bewirbt eine Klinik Kinderwunschbehandlungen oder die Behandlung psychischer Erkrankungen, passt das zu Googles Beispielen für personalisierte Werbung, und die Einschränkung kann greifen (Google-Hilfe).

Heilpraktiker: Google nennt Heilpraktiker in der Gesundheitsrichtlinie und bei den Beispielen für personalisierte Werbung nicht namentlich. Zwei Punkte können dich trotzdem betreffen: Spekulative und experimentelle Behandlungen darfst du nicht bewerben (Google-Hilfe). Und bietest du Beratung bei psychischen Erkrankungen an, passt das zu Googles Beispielen, und die Einschränkung für personalisierte Werbung kann greifen (Google-Hilfe). Was du berufsrechtlich bewerben darfst, klärt ein Anwalt.

Physiotherapie: Google nennt Physiotherapie weder in der Gesundheitsrichtlinie noch bei den Beispielen für personalisierte Werbung. Die Beispielliste ist nicht abschließend. Geht es in deinen Anzeigen um chronische Erkrankungen wie Arthritis, passt das zu Googles Beispielen, und die Einschränkung kann greifen (Google-Hilfe).

Pflegedienste: Auch Pflegedienste nennt Google in diesen Seiten nicht namentlich. Achte darauf, dass ein Marken- oder Handelsname im Zahlungsprofil auch im Registrierungsdokument steht (Google-Hilfe).

Die Regeln für Arztpraxen und Zahnärzte stehen in unserem Artikel Google Ads für Arztpraxen.

Rechenbeispiel: Wann musst du spätestens anfangen?

Rechenbeispiel: Alle Zahlen sind Annahmen, außer den verlinkten Google-Angaben.

Ohne Ablehnung: 3 Schritte mal 7 Tage sind 21 Kalendertage. Mit einer Ablehnung: 4 Runden mal 7 Tage sind 28 Kalendertage.

Startest du am Tag der Benachrichtigung, bist du im ungünstigen Fall an Tag 28 fertig, mit 2 Tagen Puffer. Startest du erst an Tag 8, bist du an Tag 36 fertig, 6 Tage nach Fristende. Das Konto ist dann pausiert. In den seltenen Fällen mit bis zu 30 Tagen Prüfdauer reicht selbst der Start am ersten Tag nicht.

Checkliste: Wie bereitest du die Überprüfung vor?

Das bedeutet für dich: Die Überprüfung selbst ist für Praxen überschaubar, verzeiht aber keine Ungenauigkeit beim Namen. Leg vor dem Start Zahlungsprofil und Dokument nebeneinander und fang am Tag der Benachrichtigung an. Ob danach noch eine Zertifizierung oder Einschränkung gilt, regeln Googles Gesundheitsrichtlinien, nicht die Überprüfung.

Häufige Fragen

Kann ich die Frist für die Überprüfung verlängern?

Nein. Google schreibt dazu: „Nein, das ist nicht möglich.“ Bestehst du nicht rechtzeitig, pausiert Google das Konto (Google-Hilfe).

Darf meine Agentur die Überprüfung für meine Praxis erledigen?

Ja, sie kann den Schritt ausführen und dafür ein Zahlungsprofil deiner Praxis wählen oder anlegen. Die Unterlagen deiner Praxis braucht sie trotzdem, weil Name und Standort genau zu den Dokumenten passen müssen (Google-Hilfe).

Meine Praxis hat keinen Handelsregisterauszug. Was reiche ich ein?

Für Organisationen in Deutschland nennt Google auch Gewerbeschein oder Bestätigung der Umsatzsteuerregistrierung. Einen eigenen Weg für Freiberufler beschreibt Google nicht. Passt dein Kontotyp nicht, frag vorher den Support (Google-Hilfe).

Kann ich gegen die Pausierung sofort Einspruch einlegen?

Nein. Die Pausierung endet erst, wenn du die Überprüfung bestanden hast (Google-Hilfe). Auch Einspruch gegen eine Sperrung geht erst danach (Google-Hilfe).

Brauche ich als Praxis eine Google-Zertifizierung?

Meist nicht. Google verlangt sie etwa für Versandapotheken und verschreibungspflichtige Arzneimittel (Google-Hilfe).

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Der nächste Schritt

Ist die Überprüfung durch, prüf in Ruhe, ob Konto, Anzeigen und Zielgruppen zu den Gesundheitsregeln passen.

Das erste Gespräch mit uns ist kostenlos. Wir schauen gemeinsam auf deine Situation und sagen dir offen, ob Google Ads für dich passt und was realistisch ist.

Passt es, starten wir mit dem Setup: Angebot, Anzeigen, Konto, Tracking und Landingpage. Danach kannst du selbst weiterschalten, eine andere Agentur beauftragen oder die laufende Betreuung bei uns buchen.

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Quellen

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